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Kamera-Speicher und Aufzeichnungsdauer berechnen

Die passende Festplatte ergibt sich nicht allein aus der Auflösung. Entscheidend sind die tatsächliche Bitrate, die Zahl der Kameras, der Aufnahmemodus, die gewünschte Vorhaltezeit und eine Sicherheitsreserve.

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Die belastbare Grundformel

Für eine Kamera gilt näherungsweise: Gigabyte pro Tag = Bitrate in Mbit/s × 86.400 ÷ 8.000. Das Ergebnis wird mit der Kameraanzahl und den gewünschten Tagen multipliziert. Bei Bewegungsaufnahme kommt zusätzlich der geschätzte Aktivitätsanteil hinzu. Eine Reserve von 10 bis 20 Prozent fängt Nachtbildrauschen, stark bewegte Szenen und Abweichungen der Herstellerprofile ab.

Beispiel mit vier 4K-Kameras

Vier 8-MP-Kameras mit je 6 Mbit/s erzeugen bei Daueraufnahme rund 259 GB pro Tag. Für 30 Tage sind das etwa 7,8 TB; mit 15 Prozent Reserve rund 9 TB. In der Praxis wäre ein 10-TB-Laufwerk oder eine Aufteilung auf mehrere NVR-Schächte sinnvoll. Wird nur bei Bewegung aufgenommen, kann der Bedarf deutlich sinken, ist aber weniger exakt vorhersehbar.

Warum Datenblattwerte abweichen

Variable Bitrate passt den Datenstrom an das Bild an. Eine ruhige Lagerhalle benötigt oft weniger als ein belebter Eingang. Nachts erhöht Bildrauschen häufig die Bitrate. Auch FPS, WDR, Mikrofon, zweite Streams und die Qualitätseinstellung wirken sich aus. Deshalb sollte eine Planung nie ohne Reserve erfolgen und nach der Inbetriebnahme anhand realer NVR-Werte kontrolliert werden.

HDD, SSD oder Speicherkarte?

Für kontinuierliche NVR-Aufzeichnung sind Surveillance-HDDs ausgelegt. Prüfen Sie die maximale Kapazität je Schacht und die Zahl der unterstützten Laufwerke. SSDs sind leise und schnell, aber pro Terabyte meist teurer. Speicherkarten eignen sich eher als lokale Ausfallsicherung oder für einzelne Kameras als für eine zentrale Langzeitaufzeichnung.

Häufige Fragen

Wie viel Speicher braucht eine 4K-Kamera?

Bei 6 Mbit/s etwa 65 GB pro Tag in Daueraufnahme; Codec und Szene können den Wert deutlich verändern.

Ist H.265 immer kleiner als H.264?

Meist ja, aber nur bei vergleichbarer Bildqualität und korrekt unterstützten Geräten.