PoE-Budget für Überwachungskameras berechnen
Ein PoE-Switch muss nicht nur genügend Netzwerkports haben. Seine gesamte Leistungsabgabe muss alle Kameras auch bei eingeschalteter Infrarotbeleuchtung, Heizung oder PTZ-Bewegung zuverlässig versorgen.
Leistung je Kamera ermitteln
Addieren Sie die maximale Leistungsaufnahme aller Kameras, nicht nur typische Durchschnittswerte. Multiplizieren Sie die Summe anschließend mit 1,2 für 20 Prozent Reserve. Acht Kameras mit maximal je 10 Watt benötigen 80 Watt; ein Switch-Budget von mindestens 96 Watt ist deshalb sinnvoll. PTZ-, Heizungs- und starke IR-Modelle können deutlich höhere Spitzen erzeugen.
PoE, PoE+ und PoE++
IEEE 802.3af, 802.3at und 802.3bt stellen unterschiedliche Leistungen bereit. Kamera und Switch handeln die Versorgung aus, dennoch muss jeder Port die benötigte Klasse unterstützen. Ein hohes Gesamtbudget hilft nicht, wenn ein einzelner Port zu wenig Leistung liefert. Prüfen Sie deshalb sowohl Portgrenze als auch Gesamtbudget im Datenblatt.
Kabel und Entfernung
Kupfer-Ethernet ist regulär bis 100 Meter vorgesehen, inklusive Patchkabeln. Lange oder minderwertige Leitungen erhöhen Spannungsverlust und Fehlerwahrscheinlichkeit. Für Außenbereiche sind passende UV- und Feuchtigkeitseigenschaften, Überspannungsschutz und fachgerechte Erdung wichtig. Bei größeren Distanzen sind Glasfaser plus lokaler PoE-Switch oder geeignete Extender meist robuster.
Switch-Auswahl im Projekt
Planen Sie freie Ports für Erweiterungen, einen ausreichend schnellen Uplink und die VLAN-Funktionen des Netzes. Ein 16-Port-Switch für zwölf Kameras ist oft sinnvoller als ein vollständig belegtes 12-Port-Modell. Der NVR-Uplink trägt die Summe der Videoströme; bei größeren Projekten sollte er mindestens Gigabit bieten.
Häufige Fragen
Reicht ein 120-Watt-Switch für acht Kameras?
Bei Kameras mit maximal 10 Watt meist ja: 8 × 10 × 1,2 = 96 Watt.
Kann PoE eine Kamera beschädigen?
Standardkonforme Geräte handeln die Versorgung aus. Passive PoE-Lösungen benötigen besondere Vorsicht.